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Zwischen Berka v.d.H. und Mihla in der sogenannten Berka - Mihlaer Mulde liegt Lauterbach, etwa 13 km nördlich von Eisenach und etwa 16 km von Mühlhausen entfernt, angrenzend an die Ortschaften Mihla und Bischofroda. Durch den Ort fließt die Lauter, welche in der Berka`er Flur entspringt und im Nachbarort Mihla in die Werra mündet Die Lauter, welche ca. 2-3 Meter breit ist führt unter normalen Bedingungen bis zu 10 cm Wasser. Doch Schneeschmelze und starke Regenfälle ließen die Lauter immer wieder anschwellen, dies führte im Ort oft zu Hochwasser. Erst durch die Lauterregulierung (Das Bachbett wurde verlegt) wurde die Hochwassergefahr weitestgehend behoben. L a u t e r b a c h liegt etwa 210 Meter über dem Meeresspiegel (NN) und hat derzeit 670 Einwohner. Die Größe des Territoriums von Lauterbach beträgt 7 Quadratkilometer und hat eine Länge von 1100 Meter. Im Zentrum ist Lauterbach 450 Meter breit. Die Ackerkultur reicht bis zu einer Höhe von 365 Meter über NN. Von Osten nach Westen ist das restliche Gebiet bis zu 400 Meter über NN mit Buchenwald bestanden, nur wenige Parzellen weisen Tannen- und Mischwald auf. Die Bodenstruktur ist Kalk-Verwitterung, Muschelkalk, Sand-Lehm und in höheren Lagen Lösslehm und Keuper. Der Ort Lauterbach ist in germanischer Zeit vor dem 9. Jahrhundert entstanden, einst zählte er 15 Höfe. Um 1155 erfolgte die erste urkundliche Nennung „Luterenbach“, dann „Lucherbeche“, „Lutirbach“ und 1394 wieder Luterenbach. In dieser Zeit hatte Lauterbach schon 54 Wohnhäuser und 250 Einwohner. Viele der uns in der heutigen Zeit selbstverständlichen Orts- und Gewässernamen entstanden in der Zeit der germanischen Landnahme und haben sich bis heute gehalten. Naheliegend ist, dass die alten Namensformen von “Lutter” abgeleitet worden sind. Der Name Lutter kommt vom germanischen “lauter” und bedeutet sauber, rein. In alten Aufzeichnungen steht geschrieben: „... dass ein Bach durch das Dorf fließe, der alte Bach genannt und da er hell und lauteres Wasser führe,“… so ist es naheliegend das aus “Luterenbach” der heutige Name Lauterbach entstanden ist. Die alten Namensformen unseres Ortes “Luterbacha” oder auch “Luderbacha” könnten auch aus dieser Ableitung entstanden sein. Im Unterdorf an der Schule vorbei fließt ein sehr schöner, heller, gesunder und frischer Brunnen, der sogenannte “Sonntagsbrunnen”. Die Quelle des “Sonntagsbrunnen”, also der Ursprung, kommt vom “Kaiserberg” hinter dem Harsberg und verläuft bis nach Lauterbach. Der Begriff “Sonntagsbrunnen” stammt aus dem Jahre 1635, als die Pest auch in Lauterbach wütete, und zwar so schlimm im Dorf, dass die Menschen nicht mehr wagten, die Häuser zu verlassen oder sogar die Kirche aufzusuchen. Die mutigsten Männer versprachen sich gegenseitig, jeden Sonntag nach dem Wasserholen am Dorfbrunnen ein Treffen durchzuführen, um so festzustellen, wer noch am Leben sei. Damals hatte Lauterbach 75 Opfer zu beklagen, das war 1/4 der damaligen Einwohner. In dieser Zeit vererbte und stiftete der Einwohner Meusemann sein Haus mit Garten der Gemeinde, um darinnen im Jahre 1638 eine Schule einrichten zu können. Meusemann verstarb ebenfalls an der Pest. Seitdem wurde über 300 Jahre (es gab dann 1905 einen Schulneubau) in Lauterbach gelehrt und gelernt. Heute sprudelt der Brunnen noch am selben Ort, man könnte ihn also als Wahrzeichen “ Als Quelle des Lebens” von Lauterbach bezeichnen. Im Jahre 1656 ist der Ort Lauterbach zum Herzogtum “Sachsen-Coburg-Gotha” gekommen und wurde dessen Territorialgerechtigkeit unterstellt. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte Lauterbach noch zum Großherzogtum “Sachsen-Eisenach” war also “Eisenachisch” Es wurde in früherer Zeit viel Hopfen angebaut, dieser brachte einen guten Erlös. Auch hatte der Ort Lauterbach gemeindeeigenen schnellwachsenden Wald, mit dem jährlichen Verkauf von Holz konnten so die Aus- und Abgaben bestritten werden. Auf dem Territorium gab und gibt es vier Waldgenossenschaften, die ihren Wald bewirtschafteten. Zu DDR-Zeiten war das nicht möglich, doch nach der Wende sind die Genossenschaften wieder aktiv. Lauterbach besaß schon im Jahre 1200 eine eigene Kapelle, die St. Nicolai Kapelle. St. Nicolai war der Schutzpatron der Kaufleute. Durch diese Region führte eine mittelalterliche Passstrasse die “Hohe Straße” über den Hainich. Noch heute wird noch von der “Burg” in der Ortslage Lauterbachs gesprochen. Von dieser Burg aus soll damals die Passstrasse bewacht worden sein. Im Jahre 1699 war die Kirche, wo inzwischen ein Kirchenschiff angebaut wurde, sehr baufällig. Sie wurde abgerissen und 1700/01 eine neue Kirche erbaut. Im Jahre 2000 konnte die Kirchengemeinde in Lauterbach das 300-jährige Jubiläum ihrer Kirche festlich begehen. Nur 6 Kilometer von Lauterbach entfernt liegt das Ihlefeld, ein beliebtes Ausflugsziel, welches 1964 die NVA übernahm und was damit für jeden gesperrt war. Erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands können Wanderer nun wieder durch den 1998 entstandenen Nationalpark Hainich zum historischen Ihlefeld pilgern. Die Segelflugschule am Harsberg war einst eine Hochburg für Segelflieger im Gau Thüringen/Lauterbach. In den 30-iger und 40-iger Jahren konnte man am Harsberg ständig Segelflugzeuge am Himmel sehen, leider nicht nur aus sportlichen Gründen, dazwischen lag der 2. Weltkrieg und in diesen Jahren wurde dort verstärkt für diesen Krieg die Ausbildung als Segelflieger vorangetrieben. Im Jahre 1991 gründete sich der„1. Harsberger Gleitschirm § Drachenclub e.V.“ Nun kann man am Harsberg zwar keine Segelflugzeuge mehr sehen, sondern Drachen und Gleitschirme bewundern. Seit fast 160 Jahren besteht nun schon die Freiwillige Feuerwehr in Lauterbach. Nachdem das alte Spritzenhaus von 1900 „ausgedient“ hatte, wurde 1979 ein neues Feuerwehr- gerätehaus erbaut. Die Feuerwehr b.z.w die Gemeinde Lauterbach war brandschutztechnisch schon im Jahre 1803 über Ihre Ortsgrenzen hinaus wirksam. So geht aus der Chronik
der Stadt Eisenach hervor.
“Brand in der Jüdengasse” April 1803 “In der großen Jüdergasse (Karlstraße) entstand Abends nach halb acht Uhr bei Windstille eine Feuersbrunst. In einem Hintergebäude war das Feuer aufgegangen und in kurzer Zeit standen vier große Häuser mit Hintergebäuden und einer gefüllten Scheune in Brand. Es konnte bald das Feuer gelöscht werden. Spritzen waren gekommen u.a. von Großberingen und Lauterbach.” Quelle: Thüringer Allgemeine 22.April 2000
Auch der Sport in Lauterbach hat schon eine lange Tradition. Im Jahre 1902 wurde der Turnverein „Gut Heil“ gegründet und 1929 kam eine Handballmannschaft dazu. Nachdem im Jahre 1978 am Sportplatz eine Kegelbahn gebaut wurde, wird nun auch der Kegelsport wettkampfmäßig mit sehr guten Erfolgen betrieben. Anfang der 90-iger Jahre ging nun eine über 60-jährige Handballtradition in Lauterbach zu Ende, es wurde mit dem Wettkampfbetrieb im Fußball begonnen. Außerdem hat Lauterbach auch ein schmuckes Sportlerheim. Im Jahre 1945 wurde in einer Baracke des ehemaligen RAD-Lagers ein ganzjähriger Kindergarten eingerichtet. Diese Baracke war alsbald baufällig und so entstand Mitte der 50-iger Jahre ein neuer Kindergarten. Heute besuchen etwa 30 Kids von 1-6 Jahren diese Kindertagesstätte. Eine über 120-jährige Tradition hat nun schon die Lauterbacher Kirmes und bis Mitte der 70-iger Jahre gab es auch die einst beliebten Maienfeste. Ab dem Jahre 1991 veranstalten die Vereine, wie Kirmesverein, Sportverein und Feuerwehrverein in jedem Jahr das Frühlingsfest mit großem Erfolg. Diese Volksfeste sind ein fester Bestandteil im kulturellen Leben von Lauterbach geworden. Lauterbach hat seit der Wende zwei Neubaugebiete erschlossen, den Wohnpark „Im Rieth“ und „Am Sportplatz“. Wenn man heute durch Lauterbach geht, sieht man einen gepflegten Ortskern. Alt und neu liegen dicht beieinander. Mit viel Liebe wurden alte Häuser renoviert, oftmals blieb das alte Fachwerk erhalten. Die Straßen sind größtenteils instandgesetzt und in den Vorgärten grüßen viele Blumen die Vorübergehenden. Alles in allem ein schönes und sauber gepflegtes Lauterbach, indem man gerne verweilen möchte.
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